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Wintermorgen


Ein trüber Wintermorgen war′s,

Als wollt′ es gar nicht tagen,

Und eine dumpfe Glocke ward

Im Nebel angeschlagen.

 

Und als die dumpfe Glocke bald,

Die einzige, verklungen,

Da ward ein heisres Grabeslied,

Ein einz′ger Vers gesungen.

 

Es war ein armer, alter Mann,

Der lang gewankt am Stabe,

Trüb, klanglos, wie sein Lebensweg,

So war sein Weg zum Grabe.

 

Nun höret er in lichten Höhn

Der Engel Chöre singen

Und einen schönen, vollen Klang

Durch alle Welten schwingen.



(* 26.04.1787, † 13.11.1862)




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