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Sonnenwende


Nun die Sonne soll vollenden

Ihre längste, schönste Bahn,

Wie sie zögert, sich zu wenden

Nach dem stillen Ozean!

Ihrer Göttin Jugendneige

Fühlt die ahnende Natur,

Und mir dünkt, bedeutsam schweige

Rings die abendliche Flur.

 

Nur die Wachtel, die sonst immer

Frühe schmälend weckt den Tag,

Schlägt dem überwachten Schimmer

Jetzt noch einen Weckeschlag;

Und die Lerche steigt im Singen

Hochauf aus dem duft′gen Tal,

Einen Blick noch zu erschwingen

In den schon versunknen Strahl.



(* 26.04.1787, † 13.11.1862)




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