Droben stehet die Kapelle,

Schauet still ins Tal hinab.

Drunten singt bei Wies′ und Quelle

Froh und hell der Hirtenknab′.

 

Traurig tönt das Glöcklein nieder,

Schauerlich der Leichenchor,

Stille sind die frohen Lieder,

Und der Knabe lauscht empor.

 

Droben bringt man sie zu Grabe,

Die sich freuten in dem Tal.

Hirtenknabe, Hirtenknabe!

Dir auch singt man dort einmal.


Das Gedicht "Die Kapelle" stammt von (* 1787-04-26, † 1862-11-13).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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