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Sommer


Nun flammt in gold′nen Fluten

Der trunk′ne Sommer durch die Luft,

Der Erde heisse, liebeswilde Gluten

Entbrennen hell in rothem Rosenduft ...

Nun weint in Nächten, lauen, fahlen,

Sehnsücht′ger Mond in bangem Zittergrase,

Nun ist die Zeit der tiefen, grossen Qualen,

Der hohen, schmerzlich wonnigen Ekstase ...

Nun ist die Zeit - wann kommst du wieder?

Wo sonst ein Sang mir durch die Seele schauert,

Wo man aus Blumenkelchen Lieder

Und Klänge schöpft, und gerne bebt und trauert ...

Ich wollt′, dass mich ein Weh durchgraute,

Dass eine Thräne mir im Herzen glüht′,

Und dass, wie sonst, draus eine schmerzbethaute

Tiefdunkle, glutverwirrte Rose blüht ...



(* 27.04.1877, † 03.02.1897)




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