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Ich hab am lichten Tag geschlafen...


Ich hab am lichten Tag geschlafen.

Es weint das Kind. Es blökt das Rind.

In meinem Weidenbaume trafen

Sich Leiseklug und Lockenlind.

 

Kaum weiß ich noch, warum ich lebe.

Vereist mein Blick. Mein Blut verstürmt.

Wenn ich die Brust im Atem hebe,

Sind Felsen über sie getürmt.

 

Die Schwester auch am Nebelhafen,

Sie bietet süße Brust dem Wind.

Vor klingender Taverne trafen

Sie Leiseklug und Lockenlind.

 

Den Sternen, die am Himmel pochten,

Warf Köcher ich und Becher hin.

Ich bin mit Mohn und Tod verflochten

Und weiß nicht mehr, ob ich noch bin.



(* 04.11.1890, † 14.08.1928)




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