Nach oben

Dichtung


Sehnend erhebt sich mein Geist, bemüht sich die Schranken zu brechen.

Es ist dem Freien noch nicht schimpflich der Fittig gelähmt.

Nicht durch Vorurtheil umdämmt, durchkreiset er höh're Regionen,

Liebend verweilet er dann, Dichtung, in deinem Gebiet.

Was mir das Leben versagt, das find' ich in eurer Umarmung.

Musen, das wird mir durch euch, liebevoll reichlich ersetzt.

Neiden die Menschen mich an, verfolgen mich Haß und Verläumdung,

Weinend fleh' ich zu euch Trost und Erheitrung wird mir.

Muthig ertrag' ich den Schmerz, mir ward für die Mißgunst ein Lächeln,

Stolzer erhebt sich die Brust, muthiger wallt mir das Blut.

Denn von den Göttern ward mir die Gab' des Gesanges verliehen,

Dankbar erkenn' ich die Gunst, die ja nur Wenigen ward.

Murre nicht mit dem Geschick, wenn drohende Blitze es schleudert,

Duldend ertrag' ich sie, sie treffen kein schuldiges Haupt.

Bieten die Menschen mir Trotz, ich will nicht vor ihnen mich beugen,

Stolzer nur schlägt mir das Herz, schreckt mich nicht Wetter noch Sturm.



(* 04.11.1801, † 08.03.1877)




Bewertung:
0/5 bei 0 Stimmen

Kommentare

  • Noch kein Kommetar vorhanden!