Stimme im Herbst, verzichtend über dem Grab

auf deine Welt, du blasse Schwester des Monds,

süße Verlobte des klagenden Windes,

schwebend unter fliehenden Sternen –

 

raffte der Ruf des Geists dich empor zu dir selbst?

nahm ein Wüstensturm dich in dein Leben zurück?

Siehe, so führt ein erstes Menschenpaar

wieder ein Gott auf die heilige Insel!

 

Heute ist Frühling. Zitternder Bote des Glücks,

kam durch den Winter der Welt der goldene Falter.

Oh knieet, segnet, hört, wie die Erde schweigt.

Sie allein weiß um Opfer und Thräne.


Das Gedicht "Verwandlung" stammt von (* 1874-04-28, † 1936-06-12).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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