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Fahrt ins Fextal


Als deine Sonne meinen Schnee beschien,

ein Sonntag war′s im blauen Engadin.

 

Der Winter glühte und der Frost war heiß,

unendlich sprühten Funken aus dem Eis.

 

Knirschend ergab sich alle Gegenwart,

Licht tanzte zur Musik der Schlittenfahrt.

 

Wir fuhren jenseits aller Jahreszeit

irgendwohin in die Vergangenheit.

 

Was rauh begonnen war, verlief uns hold,

ein Tag von Silber dankt dem Strahl von Gold.

 

Der Zauber führt in ein versunknes Reich.

Wie bettet Kindertraum das Leben weich!

 

Voll alter Spiele ist das weiße Tal;

die Berge sammeln wir wie Bergkristall.

 

Trennt heut die Elemente keine Kluft?

Ein Feuerfluß verbindet Erd und Luft.

 

Wir leben anders. Wenn′s so weiter geht,

ist dies hier schon der andere Planet!

 

Ins Helle schwebend schwindet aller Raum.

So schwerlos gleitet nach dem Tod der Traum.

 

Nicht birgt die Zeit im Vorrat uns ein Weh.

Bleicht sich das Haar, so gibt es guten Schnee.

 

Uns wärmt der Winter. Leben ist ein Tag,

da Slivaplanas Wind selbst ruhen mag.

 

Nicht Ziel, nur Rast ist′s, die das Glück sich gab,

hält einmal dieser Schlitten vor dem Grab.



(* 28.04.1874, † 12.06.1936)




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