Ein Lob, das alle Fehler uns verschweigt,

Ist wie der fette Frühlingsregen,

Der allzustark die Felder säugt;

Er tödtet sie durch Segen.

Die Tadel, die, an Galle reich,

nur zu beschämen suchten,

sind schloßenvollen Wettern gleich;

Sie stürmen Saaten ein, anstatt sie zu befruchten.

Ein Lob, zu rein für Schmeicheley,

Erweckt uns, wie die Flur der May;

Und Wahrheit ohn′ Erbittern;

Ruft unsre Kraft empor, gleich fruchtenden Gewittern.


Das Gedicht "An die Kunstrichter" stammt von   (1738 - 1809).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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