Nach oben

An Anna


Lange harrt′ ich, aber endlich breiten

Auseinander sich des Fensters Flügel

Und an seinem weißen Kreuze stehs du,

Berg und Tal ein stiller Friedensengel.

 

Vöglein ziehen nah′ an dir vorüber,

Täublein sitzen auf dem nahen Dache,

Kommt der Mond und kommen alle Sterne,

Blicken all′ dir keck ins blaue Auge.

 

Steh′ ich einsam in der Ferne,

Habe keine Flügel hinzufliegen,

Habe keine Strahlen hinzusenden,

Steh′ ich einsam in der Ferne!

 

Gehst du, sprech′ ich mit verhaltnen Tränen

Ruhet süß ihr lieben Augen,

Ruhet süß ihr weißen Lilien,

Ruhet süß ihr lieben Hände.

 

Sprechen′s nach die Stern′ am Himmel,

Sprechen′s nach des Tales Blumen,

Weh! o Weh!

Du hast es nicht vernommen.



(* 18.09.1786, † 21.02.1862)




Bewertung:
0/5 bei 0 Stimmen

Kommentare

Mit dem Eintragen Ihres Kommentars erklären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung Ihrer angegebenen Daten gemäß unserer Datenschutzerklärung einverstanden.
  • Noch kein Kommetar vorhanden!