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Zum Abschied meiner Tochter


Der Herbstwind schüttelt die Linde,

Wie geht die Welt so geschwinde!

Halte dein Kindelein warm.

Der Sommer ist hingefahren,

Da wir zusammen waren -

Ach, die sich lieben, wie arm!

 

Wie arm, die sich lieben und scheiden!

Das haben erfahren wir beiden,

Mir graut vor dem stillen Haus.

Dein Tüchlein läßt du noch wehen,

Ich kann′s vor Tränen kaum sehen,

Schau still in die Gasse hinaus.

 

Die Gassen schauen nochnächtlich,

Es rasselt der Wagen bedächtig -

Nun plötzlich rascher der Trott

Durchs Tor in die Stille der Felder,

Da grüßen so mutig die Wälder,

Lieb Töchterlein, fahre mit Gott!



(* 10.03.1788, † 26.11.1857)




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