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Sonntag


Die Nacht war kaum verblühet,

Nur eine Lerche sang

Die stille Luft entlang.

Wen grüßt sie schon so frühe?

 

Und draußen in dem Garten

Die Bäume übers Haus

Sahn weit ins Land hinaus,

Als ob sie wen erwarten.

 

In festlichen Gewanden

Wie eine Kinderschar,

Tauperlen in dem Haar,

Die Blumen alle standen.

 

Ich dacht: ihr kleinen Bräute,

Was schmückt ihr euch so sehr? -

Da blickt′ die eine her:

»Still, still, ′s ist Sonntag heute.«

 

»Schon klingen Morgenglocken,

Der liebe Gott nun bald

Geht durch den stillen Wald.«

Da kniet ich froherschrocken.



(* 10.03.1788, † 26.11.1857)




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