Ade, mein Schatz, du mochtst mich nicht,

Ich war dir zu geringe.

Einst wandelst du bei Mondenlicht

Und hörst ein süßes Klingen,

Ein Meerweib singt, die Nacht ist lau,

Die stillen Wolken wandern,

Da denk an mich, ′s ist meine Frau,

Nun such dir einen andern!

 

Ade, ihr Landsknecht′, Musketier′!

Wir ziehn auf wildem Rosse,

Das bäumt und überschlägt sich schier

Vor manchem Felsenschlosse,

Der Wassermann bei Blitzesschein

Taucht auf in dunklen Nächten,

Der Haifisch schnappt, die Möwen schrein -

Das ist ein lustges Fechten!

 

Streckt nur auf eurer Bärenhaut

Daheim die faulen Glieder,

Gott Vater aus dem Fenster schaut,

Schickt seine Sündflut wieder,

Feldwebel, Reiter, Musketier,

Sie müssen all ersaufen,

Derweil mit frischem Winde wir

Im Paradies einlaufen.


Das Gedicht "Seemanns Abschied" stammt von (* 1788-03-10, † 1857-11-26).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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