Nach oben

Sängerfahrt


Kühlrauschend unterm hellen

Tiefblauen Himmelsdom

Treibt seine klaren Wellen

Der ewgen Jugend Strom.

 

Viel rüstige Gesellen,

Den Argonauten gleich,

Sie fahren auf den Wellen

Ins duftge Frühlingsreich.

 

Ich aber faß den Becher,

Daß es durchs Schiff erklingt,

Am Mast steh ich als Sprecher,

Der für euch alle singt.

 

Wie stehn wir hier so helle!

Wird mancher bald schlafen gehn,

O Leben, wie bist du schnelle,

O Leben, wie bist du schön!

 

Gegrüßt, du weite Runde,

Burg auf der Felsenwand,

Du Land voll großer Kunde,

Mein grünes Vaterland!

 

Euch möcht ich alles geben,

Und ich bin fürstlich reich,

Mein Herzblut und mein Leben,

Ihr Brüder, alles für euch!

 

So fahrt im Morgenschimmer!

Seis Donau oder Rhein,

Ein rechter Strom bricht immer

Ins ewge Meer hinein.



(* 10.03.1788, † 26.11.1857)




Bewertung:
0/5 bei 0 Stimmen

Kommentare

Mit dem Eintragen Ihres Kommentars erklären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung Ihrer angegebenen Daten gemäß unserer Datenschutzerklärung einverstanden.
  • Noch kein Kommetar vorhanden!