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Morgenlied (1)


Kein Stimmlein noch schallt von allen

In frühester Morgenstund,

Wie still ists noch in den Hallen

Durch den weiten Waldesgrund.

 

Ich stehe hoch überm Tale

Stille vor großer Lust,

Und schau nach dem ersten Strahle,

Kühl schauernd in tiefster Brust.

 

Wie sieht da zu dieser Stunde

So anders das Land herauf,

Nichts hör ich da in der Runde

Als von fern der Ströme Lauf.

 

Und ehe sich alle erhoben

Des Tages Freuden und Weh,

Will ich, Herr Gott, Dich loben

Hier einsam in stiller Höh. -

 

Nun rauschen schon stärker die Wälder,

Morgenlicht funkelt herauf,

Die Lerche singt über den Feldern,

Schöne Erde, nun wache auf!



(* 10.03.1788, † 26.11.1857)




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