Du blauer Strom, an dessen duftgem Strande

Ich Licht und Lenz zum erstenmale schaute,

In frommer Sehnsucht mir mein Schifflein baute,

Wann Segel unten kamen und verschwanden.

 

Von fernen Bergen überm weiten Lande

Brachtst du mir Gruß und fremde hohe Laute,

Daß ich den Frühlingslüften mich vertraute,

Vom Ufer lösend hoffnungsreich die Bande.

 

Noch wußt ich nicht, wohin und was ich meine,

Doch Morgenrot sah ich unendlich quellen,

Das Herz voll Freiheit, Kraft der Treue, Tugend;

 

Als ob des Lebens Glanz für mich nur scheine,

Fühlt ich zu fernem Ziel die Segel schwellen,

All Wimpel rauschten da in ewger Jugend!


Das Gedicht "Jugendsehnen" stammt von (* 1788-03-10, † 1857-11-26).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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