(Das zerbrochene Ringlein)

In einem kühlen Grunde,

Da geht ein Mühlenrad,

Mein Liebchen ist verschwunden,

Das dort gewohnet hat.

 

Sie hat mir Treu′ versprochen,

Gab mir ein′ Ring dabei,

Sie hat die Treu′ gebrochen,

Das Ringlein sprang entzwei.

 

Ich möcht′ als Spielmann reisen

Wohl in die Welt hinaus

Und singen meine Weisen

Und geh′ von Haus zu Haus.

 

Ich möcht als Reiter fliegen

Wohl in die blutge Schlacht,

Um stille Feuer liegen

Im Feld bei dunkler Nacht.

 

Hör′ ich das Mühlrad gehen,

Ich weiß nicht, was ich will;

Ich möcht′ am liebsten sterben,

Da wär′s auf einmal still.


Das Gedicht "In einem kühlen Grunde" stammt von (* 1788-03-10, † 1857-11-26).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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