Gott, inbrünstig möcht ich beten,

Doch der Erde Bilder treten

Immer zwischen dich und mich,

Und die Seele muß mit Grauen

Wie in einen Abgrund schauen,

Strenger Gott, ich fürchte dich!

 

Ach, so brich auch meine Ketten!

Alle Menschen zu erretten,

Gingst du ja in bittern Tod.

Irrend an der Hölle Toren,

Ach, wie bald bin ich verloren,

Hilfst du nicht in meiner Not!


Das Gedicht "Gebet" stammt von (* 1788-03-10, † 1857-11-26).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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