Der Lenz mit Klang und roten Blumenmunden,

Holdselge Pracht! wird bleich in Wald und Aue;

Tonlos schweift ich damals durchs heitre Blaue,

Hatt nicht das Glühn im Tiefsten noch empfunden.

 

Da sprach Waldhorn von überselgen Stunden,

Und wie ich mutig in die Klänge schaue,

Reit′t aus dem Wald die wunderschöne Fraue

O! Niederknien, erst′s Aufblühn ewiger Wunden!

 

Zu weilen, fortzuziehn, schien sie zu zagen,

Verträumt blühten ins Grün der Augen Scheine,

Der Wald schien schnell zu wachsen mit Gefunkel.

 

Aus meiner Brust quoll ein unendlich Fragen,

Da blitzten noch einmal die Edelsteine,

Und um den Zauber schlug das grüne Dunkel.


Der Text des Gedichts "Der Lenz mit Klang und roten Blumenmunden" stammt von (* 1788-03-10, † 1857-11-26).




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