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Der Kehraus


Es fiedeln die Geigen,

Da tritt in den Reigen

Ein seltsamer Gast,

Kennt keiner den Dürren,

Galant aus dem Schwirren

Die Braut er sich faßt.

 

Hebt an, sich zu schwenken

In allen Gelenken.

Das Fräulein im Kranz:

"Euch knacken die Beine. -"

"Bald rasseln auch deine,

Frisch auf spiel′t zum Tanz!"

 

Ein Kenner im Ringe

Betrachtet die Sprünge,

Er findet′s gemein.

"Dir kann′s auch nicht schaden!"

Die vornehmen Waden

Muß er schwingen im Reih′n.

 

Die Spröde hinter′m Fächer,

Der Zecher vom Becher,

Der Dichter so lind,

Muß auch mit zum Tanze,

Daß die Lorbeern vom Kranze

Fliegen im Wind.

 

So schnurret der Reigen

Zum Saal ′raus in′s Schweigen

Der prächtigen Nacht,

Die Klänge verwehen,

Die Hähne schon krähen,

Da verstieben sie sacht. -

 

So ging′s schon vor Zeiten

Und geht es noch heute,

Und hörest du hell

Aufspielen zum Reigen,

Wer weiß, wem sie geigen -

Hüt′ dich, Gesell!



(* 10.03.1788, † 26.11.1857)




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