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Auf meines Kindes Tod (2)


1

 

Was ist mir denn so wehe?

Es liegt ja wie im Traum

Der Grund schon, wo ich stehe,

Die Wälder säuseln kaum

 

Noch von der dunklen Höhe.

Es komme wie es will,

Was ist mir denn so wehe -

Wie bald wird alles still.

 

2

 

Das ists, was mich ganz verstöret:

Daß die Nacht nicht Ruhe hält,

Wenn zu atmen aufgehöret

Lange schon die müde Welt.

 

Daß die Glocken, die da schlagen,

Und im Wald der leise Wind

Jede Nacht von neuem klagen

Um mein liebes, süßes Kind.

 

Daß mein Herz nicht konnte brechen

Bei dem letzten Todeskuß,

Daß ich wie im Wahnsinn sprechen

Nun in irren Liedern muß.

 

3

 

Von fern die Uhren schlagen,

Es ist schon tiefe Nacht,

Die Lampe brennt so düster,

Dein Bettlein ist gemacht.

 

Die Winde nur noch gehen

Wehklagend um das Haus,

Wir sitzen einsam drinnen

Und lauschen oft hinaus.

 

Es ist, als müßtest leise

Du klopfen an die Tür,

Du hättst dich nur verirret,

Und kämst nun müd zurück.

 

Wir armen, armen Toren!

Wir irren ja im Graus

Des Dunkels noch verloren -

Du fandst dich längst nach Haus.



(* 10.03.1788, † 26.11.1857)




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