Was, Rose, blühest du so schön
Und duftest mir so süße?
Was, holder Zephyr, soll dies Weh′n
Und Flüstern deiner Küsse? -
O Rose! dufte Todten-Duft
Dem langgequälten Herzen;
Komm, rauher Nord! zerpeitsch′ die Luft
Und Zephyrs kos′ges Scherzen.
Zur blassen Todten-Krone nur
Kannst du mir, Rose, prangen;
Ihr Lüfte, heiße Thränen nur
Küßt ihr auf meine Wangen.
Weg! – fliehet zu dem falschen Mann,
Sag′t ihm von meiner Treue,
Und bring′t zu meinem Grabe dann
Einst Thränen seiner Reue.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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