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An Ferdinand


Du liebest mich!

Mir blüht die Rose wieder

In neu erwachter Gluth;

Mir tönen meines Haynes Lieder,

Mir braußt der Sturm, mir rauscht der Elbe Fluth:

Du liebest mich!

 

Ich liebe dich!

Mir lispelts durch die Bäume,

Mir rufts des Morgens Pracht,

Und in des Lebens kleinsten Keime,

In Dämmerung, in schwarzer Mitternacht:

Ich liebe dich!

 

Du liebest mich!

Der ganzen Schöpfung Fülle

Gehört uns beyden nur.

Des Lebens Puls, noch jüngst so stille,

Hüpft glühend durch die Adern der Natur:

Du liebest mich!

 

Ich liebe dich!

Von deinem Arm umschlungen,

Fühl ich unsterblich seyn;

Von deiner Liebe Kuß durchdrungen,

Kein Leichentuch hüllt das Entzücken ein:

Ich liebe dich!

 

Du liebest mich!

Des Todes kalte Stunde

Schmilzt unsers Herzens Gluth!

Die Flammen in der Seelen Bunde

Löscht nicht der Tod - nicht Lethes schwarze Fluth:

Du liebest mich!



(* 00.12.1757, † 16.11.1840)




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