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Die Ruhe


Vergebner, heißer Wunsch nach Ruh,

Was sättigt dich? Was stillt die Schmerzen

Des unruhvollen, bangen Herzen?

Was heilt die tiefen Wunden zu?

 

Auf der Welt ist nichts zu finden.

Reichthum, Wollust, Ehre schwinden,

und uns bleibt, nach dem Genuß,

Ekel und Verdruß.

 

Umsonst such ich ein dauernd Glück

In allen Gütern dieses Lebens.

Sie fliehn zu schnell, und, ach! vergebens

Ruff ich, ermüdend, sie zurück.

 

Meine Jugend, deren Ende

Ich durch Suchen nach verschwende,

Meine beste Zeit verschwand,

Eh ich Ruhe fand.

 

Allein bey Dir, der meiner Brust

Den Trieb noch schenkte, Dich zu lieben,

Bey Dir, mein Gott, bin ich geblieben,

Du warst, und bist noch meine Lust.

 

Du, Du wiegtest, voll Erbarmen,

In den väterlichen Armen,

O wie sanft! die Herzen ein,

Daß sie ruhig seyn.



(* 25.11.1725, † 29.01.1782)




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