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Der Sieg der Liebe


De Voltaire

- Malheureux! qui n′en parle, qu′en Vers

 

Ich fühl in der Brust

Die zärtlichsten Triebe,

Den Ursprung der Lust,

Die göttliche Liebe.

 

Schon siegt der Affect!

Entzückende Schmerzen,

In Freude versteckt,

Erwachen im Herzen.

 

Es tobt in der Brust,

Bey Seufzern und Thränen,

Ein Vorwitz zur Lust,

Ein treibendes Sehnen.

 

So oft ich dem Witz

Zu lächeln befehle;

Durchdonnert der Blitz

Von Schrecken die Seele.

 

Wie Rosen verblühn,

So schwinden die Kräfte:

Wie Wetter aufziehn,

So schleichen die Säfte.

 

Doch, dennoch entreißt

Kein Zufall, kein Leiden,

Dem muthigen Geist

Die seligen Freuden.

 

Verzweiflung bedroht

Die Hoffnung vergebens:

Ich wünsche den Tod,

Zur Rettung des Lebens.

 

O glücklicher Krieg!

O fröhliche Stunden!

Ich habe den Sieg

Der Liebe empfunden.



(* 25.11.1725, † 29.01.1782)




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