Nach oben

Der Knabe mit dem Erdbeerschlag


E Büebli lauft, es goht in Wald

am Sunntig Noomittag;

es chunnt in d’Hürst un findet bald

Erdbeeri, Schlag an Schlag;

es günnt un ißt si halber z’tot

un denkt: Das isch my Obebrot.

Un wie n es ißt, se ruuscht’s im Laub;

es chunnt e schöne Chnab.

Er het e Rock wie Silberstaub

un trait e goldige Stab.

Er glänzt wie d’Sunn am Schwyzer Schnee.

Sy Lebe lang het’s nüt so gseh.

Druf redt der Chnab my Büebli a:

"Was issisch?I halt’s mit!"

"He, nüt !" sait’s Büebli, luegt en a

un lüpft sy Chäppli nit.

Druf sait der Chnab: "He, issisch nüt,

du grobe Burst, se battet’s nüt !"

Verschwunden isch my Chnab, un ’s stöhn

di nöchste Hürst im Duft;

druus fliegt en Engeli wunderschön

uf in die blaui Luft;

un ’s Büebli stoht un luegt ein noo

un chratzt im Hoor un lauft dervo.

Un siider isch kai Sege meh

im Beeri-Esse gsi.

I ha my Lebtig nüt so gseh,

si bschießen ebe nie.

Iß Hampfle voll, so viil de witt,

si stille der dy Hunger nit!

Was gib i der für Lehre drii?

Was saisch derzue? Me mueß

vor fremde Lüte fründli sii

mit Wort un Red un Grueß

un’s Chäppli lüpfe z’rechter Zyt;

sust het me Schimpf un chunnt nit wyt.



(* 10.05.1760, † 22.09.1826)




Bewertung:
0/5 bei 0 Stimmen

Kommentare

Mit dem Eintragen Ihres Kommentars erklären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung Ihrer angegebenen Daten gemäß unserer Datenschutzerklärung einverstanden.
  • Noch kein Kommetar vorhanden!