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Das Lied vom Schmetterlinge


Liebes, leichtes, luft′ges Ding,
Schmetterling,
Das da über Blumen schwebet,
Nur von Thau und Blüthen lebet,
Blüthe selbst, ein fliegend Blatt,
Das, mit welchem Rosenfinger!
Wer bepurpurt hat?

War′s ein Sylphe, der Dein Kleid
So bestreut,
Dich aus Morgenduft gewebet,
Nur auf Tage Dich belebet?
Seelchen, und Dein kleines Herz
Pocht da unter meinem Finger,
Fühlet Todesschmerz.

Fleuch dahin, o Seelchen, sei
Froh und frei,
Mir ein Bild, was ich sein werde,
Wenn die Raupe dieser Erde
Auch wie Du ein Zephyr ist
Und in Duft und Thau und Honig
Jede Blüthe küßt!



(* 25.08.1744, † 18.12.1803)




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