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Trauer der Liebe


Wo die Taub′ in stillen Buchen

Ihren Tauber sich erwählt,

Wo sich Nachtigallen suchen,

Und die Rebe sich vermählt;

Wo die Bäche sich vereinen,

Ging ich oft mit leichtem Scherz,

Ging ich oft mit bangem Weinen,

Suchte mir ein liebend Herz.

 

O, da gab die finstre Laube

Leisen Trost im Abendschein;

O, da kam ein süßer Glaube

Mit dem Morgenglanz im Hain;

Da vernahm ich′s in den Winden,

Ihr Geflüster lehrte mich:

Daß ich suchen sollt′, und finden,

Finden, holde Liebe! dich.

 

Aber ach! wo blieb auf Erden,

Holde Liebe, deine Spur?

Lieben, um geliebt zu werden,

Ist das Loos der Engel nur.

Statt der Wonne fand′ ich Schmerzen,

Hing an dem, was mich verließ;

Frieden gibt den treuen Herzen

Nur ein künftig Paradies.



(* 02.09.1740, † 04.01.1814)




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