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Sehnsucht


Was hab′ ich, gutes Mädchen!

Als jenes kleine Feld

Um dein geliebtes Städtchen,

Mir eine ganze Welt?

Der andern acht′ ich wenig;

Da traur′ ich, wie verbannt!

Dein König ist mein König,

Dein Land mein Vaterland.

 

Die ersten grünen Haine

Sind dort, wo Liebchen geht;

Die Luft ist erst die meine,

Die sich um sie gedreht.

O, wann begrüß′ ich wieder

Dein Städtchen, meine Welt,

Und höre Lerchen-Lieder

Auf deinem kleinen Feld,

 

Und sehe Morgen-Schimmer

Bey dir, und hellen Tag?

O denke nur, daß immer,

In jedem Glocken-Schlag,

Des Wiedersehns Minute

Durch meine Seele schallt,

Weil, ach! in deinem Blute

Mein eignes Leben wallt!



(* 02.09.1740, † 04.01.1814)




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