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An die Rose


Rose, komm! der Frühling schwindet,

Veilchen haben dich verkündet,

Maienblumen starben hin;

Öffne dich beim Lustgetöne

Dieser Fluren; komm o schöne

Holde Blumenkönigin!

 

Als du kamst im ersten Lenze,

Hingen tausendfache Kränze

Schon um Anger, Berg und Tal;

Ufer lockten, Wälder blühten,

Pomeranzen-Haine glühten

Weit umher im Sonnenstrahl.

 

Und du gingst mit leisem Beben

Aus der zarten Knosp′ ins Leben;

Erd′ und Himmel neigten sich;

Und es huldigten die Wiesen;

Nachtigallenchöre priesen,

Alle Nymphen liebten dich.

 

Goldne Schmetterlinge schlugen

Froh die Flügel; Winde trugen,

Wo die Luft in Jubel war,

Deinen Balsam; Herzen pochten

Dir entgegen; Mädchen flochten

Unter Perlen dich ins Haar.



(* 02.09.1740, † 04.01.1814)




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