Wir sind, sagen die Lauen,

Wir sind nicht objektiv.

Wir sollten doch tiefer schauen,

Doch schauen, ob nicht tief

Am Nazitum was dran sei,

Ob Hitler nicht doch ein Mann sei.

 

Wir haben alles erwogen,

Wir wussten alles zuvor,

Mal hat man uns nicht betrogen,

Man machte uns nicht vor,

Dass rechts links und gerade schief sei

Und dass alles relativ sei.

 

Unrelative Lumpen hausen bei uns zu Haus,

Und hauen das Land in Klumpen.

Ist relativ der Graus?

Da sollen wir objektiv sein,

Wir sollen so naiv sein!

 

Wir kennen die einfache Wahrheit,

Wir sehen durch ein scharfes Glas.

Und unsere Lehre ist Klarheit.

Und unsere Lehre ist Hass.

Der Hass, der groß und weitsichtig ist,

Der schaffende Hass der wichtig ist.


Das Gedicht "Wir sind, sagen die Lauen" stammt von   (1883 - 1934).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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