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Mein Wannenbad


Es muss wieder mal sein.

Also: Ich steige hinein

in zirka zwei Kubikmeter See.

Bis übern Bauch tut es weh.

 

Das Hähnchen plätschert in schamlosem Ton,

ich atme und schnupfe den Fichten-Ozon,

Beobachte, wie die Strömung läuft.

Wie dann clam, langsam mein Schwamm sich besäuft

und ich ersäufe, um allen Dürsten

gerecht zu werden, verschiedene Bürsten.

Ich seife, schrubbe, ich spüle froh.

Ich suche auf Ausguck

vergebens nach einem ertrinkenden Floh,

doch fort ist der Hausjuck.

 

Ich lehne mich weit und tief zurück,

genieße schaukelndes Möwenglück.

Da taucht aus der blinkenden Fläche, wie

eine Robinsoninsel, plötzlich ein Knie;

dann - massig - mein Bauch - eines Walfisches Speck.

Und nun auf den Wellen (nach meinem Belieben

herangezogen, davon getrieben),

als Wogenschaum spielt mein eigenster Dreck

und auf dem Gipfel neptunischer Lust,

klebt sich der Waschlappen mir an die Brust.

 

Brust, Wanne und Wände möchten zerspringen,

denn ich beginne nun, dröhnend zu singen

die allerschwersten Opern-Kaliber.

Das Thermometer steigt über Fieber,

das Feuer braust und der Ofen glüht,

aber ich bin schon so abgebrüht,

dass mich gelegentlich Explosionen -

wenn′s an mir vorbei geht -

erfreu′ n, weil manchmal dabei was entzwei geht,

was Leute betrifft, die unter mir wohnen.

 

Ich lasse an verschiedenen Stellen

nach meinem Wunsch flinke Bläschen entquellen,

erhebe mich mannhaft ins Duschengebraus.

Ich bück′ mich. Der Stöpsel rülpst sich heraus

und während die Fluten sich gurgelnd verschlürfen,

spannt mich das Bewusstsein wie himmlischer Zauber,

mich überall heute zeigen zu dürfen,

denn ich bin sauber. ~~~~



(* 07.08.1883, † 17.11.1934)




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