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Die Rakete und der Kater


Hui! Die Rakete stieg. Sie fauchte

Am Dach vorbei und höher. Glühend jung.

Bis sie in wundervollem Linienschwung

In ferne, dunkle Abendwolken tauchte.

Auf jenem Dache saß ein schwarzer Kater.

Der sah die schöne Linie, und was tat er?

Zunächst: er fauchte ebenfalls.

Dann dehnte er sich, reckte seinen Hals.

Dann krümmte er den Buckel, hob ein Ohr

Und streckte seinen Schweif graziös empor,

Um jene schöne Linie nachzumachen.

Doch die Rakete oben barst vor Lachen.

Da warf sich unser schwarzer Kater

Wild auf den Rücken. Und was tat er?

Was tat er außer sich vor Wut?

Nun, was man sonst gewöhnlich nicht

Gerade auf dem Rücken liegend tut.

Er tat es kräftig, tat es reichlich, gut;

Er hatte kurz zuvor zu Haus

Zwei Babyflaschen ausgesogen.

Doch jenen herrlichen Raketenbogen - -

Nein, nein, den kriegte er nicht raus.



(* 07.08.1883, † 17.11.1934)




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