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An meinen Vater


In wärmeren Gegenden näher der Sonne

Am Ufer des vielentscheidenden Rheins,

Umschwärmt von aller Thorheit und Wonne

Leichterer Sitten, und feurigen Weins,

Denk ich in die beschneiten Gefilde

Ach! der Einfalt und der Ruh

Mich zurück - da winkest du

Sehnsuchtsvoll mir, Vater! zu.

Ich seh′s und wein′ und knie vor dem Bilde -

Aber ach der schweiffende Wilde

Fliehet neuen Thorheiten zu.

Als aller Schicksaals-Ahndungen voll

Dein Flügel sorgsam über mir schwebte,

Ich unter deinen Fittigen strebte

Nach unbekannten Weh und Wohl:

Erinnerst du dich da - wohl mir! wenn diese Scene

Mein Lied dir ins Gedächtniß bringt -

Erinnerst du dich noch des Glücklichsten der Söhne

Als du von Kindern und Freunden umringt

Ihm, schon geweiht zur langen Reise

In Tarwasts Haynen ein Blümgen brachst

Und feyerlich mit Propheten-Weise

Die unvergeßlichen Worte sprachst:

Mein Sohn, komm ich dir aus dem Gesicht,

Auch in der Ferne - vergiß mein nicht!

Laß mich das erstemal in meinem Leben

Dir dein Geschenk itzt wiedergeben.



(* 23.01.1751, † 04.06.1792)




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