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An Henriette


1.

 

Von Gram und Taumel fortgerissen,

Verzweiflungsvoll dein Bild zu küssen,

Ach, alles, was mir übrig ist.

Dies Bild will ich am Munde halten,

Wenn alles an mir wird erkalten

Und du mir selbst nicht denkbar bist.

 

2.

 

Verzeih den Kranz, den eines Wilden Hand

Um dein geheiligt Bildniß wand,

Hier, wo er unbekannt der Welt,

In dunkeln Wäldern, die ihn schützen,

Im Tempel der Natur es heimlich aufgestellt,

Und wenn er davor niederfällt,

Die Götter selbst auf ihren Flammensitzen

Für eifersüchtig hält.



(* 23.01.1751, † 04.06.1792)




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