Mein Vaterland! Wie’s mich durchschauert

Bei deines Namens heil’gem Klang!

Mein war, um was ich tief getrauert

In finstrer Zeiten Sturm und Drang.

Nicht bist du frei mir zugefallen

Als Menschenrecht, als göttlich Gut:

Ich habe heiß um dich gerungen

In schwerem Kampf mit Schweiß und Blut.

 

Und schallt es nun aus Red’ und Schriften:

”Du Fremdling, fort, was suchst du hier?”

Das Leben könnt ihr mir vergiften,

Rein bleibt und treu die Seele mir.

”Ihr könnt mir das Gefühl nicht rauben,

Das freudigstolz die Brust mir schwellt;

Trotz euer: Deutschland über alles,

Ja, über alles in der Welt.”


Das Gedicht "Mein Vaterland" stammt von   (1856 - 1929).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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