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Melusine


Im Grünen geboren,

Am Bache gefreit,

Wie ist mir das Leben,

Das liebe, so weit!

 

Heut hab ich geträumt

Von dem Wasser tief,

Wo ich im Dunkel

Nicht schlief, nicht schlief!

 

Was sich im Weiher

Spiegeln ging,

In meinen wachen

Augen sich fing:

 

Die traurigen Bäume,

Durch die es blinkt,

Wenn der Ball, der große,

Rot-atmend sinkt,

 

Die blassen Mädchen,

Die lautlos gehn,

Mit weißen Augen

Ins Dunkel sehn,

 

Und der Waldfrauen

Flüsternde Schar,

Mit Laub und Kronen

Im offenen Haar ...

 

Rotgoldne Kronen?

Und Perlschnüre schwer?

Ich hab es vergessen,

Ich finds nimmermehr.



(* 01.02.1874, † 15.07.1929)




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