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Dein Antlitz


Dein Antlitz war mit Träumen ganz beladen.

Ich schwieg und sah dich an mit stummem Beben.

Wie stieg das auf! Daß ich mich einmal schon

In frühern Nächten völlig hingegeben

 

Dem Mond und dem zuviel geliebten Tal,

Wo auf den leeren Hängen auseinander

Die magern Bäume standen und dazwischen

Die niedern kleinen Nebelwolken gingen

 

Und durch die Stille hin die immer frischen

Und immer fremden silberweißen Wasser

Der Fluß hinrauschen ließ - wie stieg das auf!

 

Wie stieg das auf! Denn allen diesen Dingen

Und ihrer Schönheit - die unfruchtbar war -

Hingab ich mich in großer Sehnsucht ganz,

Wie jetzt für das Anschaun von deinem Haar

Und zwischen deinen Lidern diesem Glanz!



(* 01.02.1874, † 15.07.1929)




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