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Nachtidyll


Gern von meinem Fenster schau ich

Träumend in die schönen Nächte,

Wenn Selenes Silbernadeln

Emsig stickend, leis erklingen,

 

Auf den breiten, blauen Vorhang

Schwarz als Silhouetten stickend

Dort das eingeschlafne Nußholz,

Dort die lichtgefüllten Häuschen.

 

Fühle vor der feinen Arbeit

Immer mich als wie vor Wundern

Und die flügelmüde Seele

Läßt sich still zur Ruhe nieder.

 

Wenn es Wahrheit, daß dem Dichter

Es vergönnt, in solchen Stunden

Auch verschwiegne Sprach zu hören

Und im Innern mitzufühlen...

 

Auf der roten Backsteinmauer,

(Sie behütet Blumenkinder,)

Fand ich gestern abend zweie,

Die das gleiche Rätsel lockte:

 

Blitzeweiß ein Katzenpärchen,

Weiß vom Schwanz bis zu der Ohrspitz,

Das miauend bald zum Dorfe,

Bald erstaunt zur Höhe blickte.

 

Eine ganze Zeit lang währt so

Mit Vergleich es, Köpfe schüttelnd,

Bis zuletzt im Meinungsaustausch

Eris beid′ von hinnen scheuchte.

 

Daß der Himmel nur ein Spiegel,

Und die kleinen Sterne droben

Rückgestrahlte Lampenflämmchen,

Wie sie viel auf Erden glühen,

 

Darin war man ja wohl einig.

Aber wo im ganzen Umkreis

Brannte ein so großes Feuer,

Wie es dieser Mond verlangte?



(* 22.02.1886, † 14.09.1927)




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