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Frühlingstänzerin


In deinen Blicken wiegt sich der Frühling.

Rosengeflecht und ein Apfelzweig

Schaukeln ihn duftend einher.

 

Auf deiner Lippen Granat- und Marmorsitz

Streiten zehntausend Lerchen in süßem Tumult

Wähnend sie säßen im Morgenrot.

 

Wo deine lieblich errötenden Füße schreiten,

Schlägt aus dem Boden ein holder Schwall von Musik

Und erstürmt sich den Himmel.

 

Wippend dem zierlichen Schmetterling gleich

Schreitest du tanzerhobenen Arms

Wie über schwankendes Seil.

 

Wenn deine tastenden Brüste den Atem der Gärten

verspüren,

Heben und senken sie sich, zugespitzt,

In verworrnen Gedanken.

 

Zierlich ist deine Seele, dem Rotkehlchen gleich,

Und so ängstlich, daß sie bei plötzlichem Wort

Flatternd im Käfig sich stößt.



(* 22.02.1886, † 14.09.1927)




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