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Ein und kein Frühlingsgedicht


I

 

Ein Doppeldecker steigt aus jeder Flasche

Und stößt sich heulend seinen Kopf kaputt.

Der Übermensch verzehrt die Paprikagoulasche,

Zerbröselnd Semmeln, rülpsend in den Kälberschutt.

 

Den Gästen hängt der Kiefer bis zur Treppe,

Dort hinterlist′ge Fallen tätlich legend.

Aus dem Aburte schlitzt Lolô die Tangoschneppe,

Verpestend mit dem Lockendampf die Absinthgegend.

 

Denn siehe, ich bin bei euch alle Tage

Und meine schmettergelbe Lusttrompete packt euch an.

Der umgekippten Erektionen Frühlingsklage

Buhlt veilchenblau im Bidet mit dem Schwan(n).

 

II

 

Oh du mein Hyazinth, die Wade knackte

Und Rolf, der Mops, fraß jäh das Strumpfband auf.

Nach Grammophonen in dem Twosteptakte

Vollzog sich Notdurft Coitus und Lebenslauf.

 

Der Lampionen blutgeduns′nes Schwirren

Schuf große Monde aus den Wassergläsern.

Ein Schlachtgetöse gab es und ein Klirren

Der Kneifer von Beamten und Verwesern.

 

Da war auch Dame Wueh in einer Prunkkarosse,

Uns schrak nicht Kino mehr, nicht die Picassofratze.

Wir schluckten Sperma wie Armeegeschosse,

Und fetzten unsren Hausgott Grünekatze.

 

Wir waren sehr verekelt und verbiestert,

Dem Priapus verschrieben und dem Pan.

Wir rollten von den Dächern, sternverschwistert,

Und glaubten selbst an dieses nicht daran.



(* 22.02.1886, † 14.09.1927)




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