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Der gefallene Cherub


Er kreiste um die gläsernen Pilaster

Und hob die Stimme, daß er gellend riefe.

Es glänzte seines Fluges Hieroglyphe

Im Tempelbau der großen Zoroaster.

 

Da war′s, als ob der Atem uns entschliefe.

Es sank sein Haupt, wie eine Riesenaster,

Umhüllt von schweren Schwingen seiner Laster

Verschlang ihn eine bodenlose Tiefe.

 

Wir sahens wohl und uns beschlich ein Sehnen

Nach Untergang und gallgetränkten Tränen

Zu schlürfen aller Trauermeere Flut.

 

Vergiftet fühlten wir das eigene Wähnen

Und ein Verlangen, uns dort anzulehnen,

Wo der versunkenste der Engel ruht.



(* 22.02.1886, † 14.09.1927)




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