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Im Herbste


Kalte Luft durchzieht die Bäume,

Welke Blätter wehn herab,

Und des Lenzes Blütenträume

Fanden früh ihr stilles Grab.

 

Nebel lagern feucht im Thale,

Scheues Wild rauscht durch den Wald,

Und der Tag, mit kühlem Strale,

Schließt sein mattes Auge bald.

 

Ach! — und du auch bist so traurig! —

Wol ist Alles blütenarm,

Wol ist Alles kalt und schaurig —

Doch das Herz ist liebewarm.

 

Laß ihn glühn den Brand der Liebe,

Daß sie flammend uns bekränz,

Und wir blühn, wenn Alles trübe,

Auf in grünem Liebeslenz!



(* 20.08.1819, † 30.05.1904)




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