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Verlassen


Im Morgengrauen schritt ich fort –

Nebel lag in den Gassen . . .

In Qualen war mir das Herz verdorrt –

Die Lippe sprach kein Abschiedswort –

Sie stöhnte mir leise: Verlassen!

 

Verlassen! Kennst du das Marterwort?

Das frißt wie verruchte Schande!

In Qualen war mir das Herz verdorrt –

Im Morgengrauen ging ich fort –

Hinaus in die dämmernden Lande!

 

Entgegen dem jungen Maientag:

Das war ein seltsam Passen!

Mählich wurde die Welt nun wach –

Was war mir der prangende Frühlingstag –

Ich stöhnte nur leise: Verlassen! . . .



(* 12.07.1862, † 08.03.1890)




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