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Im Vorüberfluge


Mit metallhartem Rotgelb

Hat sich des Himmels

Westliche Wölbung beflammt.

 

Mein Auge starrt staunend

In die leuchtende Blende,

Die wachsend fortglüht,

Als sei nimmer ihr Ende

Die lichtlose Nacht . .

 

Da streift die brennende

Lichtwand ein Fittig –

Der nachtschwarze Fittig

Eines Dämmerungsvogels . . .

 

Eine kleine Spanne

Und die Weite verschlang ihn.

 

Also trägt auch der Mensch

Mit schwankem Fittig

Sein zwielichtbefangenes Sein

Vorüber an der stetig leuchtenden

Kristallwand der Ewigkeit . . .

 

Er huscht dahin

Ein Traum – ein Wahn –

Auf schmaler Bahn

So bald – so bald

Raubt seiner Gestalt

Schattengefüge

Des Nichtseins

Farblose Wahrheitslüge.

 

Aber im Fluge –

Im Vorüberfluge –

Ahnt er das Rätsel

Der stetig und still,

In sattem Glanze

Fortdauernden Ewigkeit . . .



(* 12.07.1862, † 08.03.1890)




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