Nach oben

Erste Sonne


Wie gerne lass′ ich von der ersten Sonne

Mich bescheinen! – Wenn der Januar

Mit seiner Atemzüge Eishauch wich

Wenn in der Monde Schnur die zweite Perle

Sich übertropfen läßt von Goldreflexen

Der Winternebel Vorhang in zwei Stücke

Geborsten ist ... und ihrer Gnaden Truhe

Nach träumerischer Rast die Sonne leert

Den ganzen Köcher ihrer funkelnden Pfeile:

Wie gerne lass′ ich mich von dieser Sonne,

Von dieser Sonne sanft verkühltem Licht

Bescheinen! Leise kommt auf leichten Sohlen

Ein Sinnen über mich ... ein dunkles Suchen

Und doch, wie so klar und wunschlos still ...

All′ Winterunrast hab′ ich abgetan

Als schritte ich auf Wolken, treib′ ich hin ...

Die Augen halb geschlossen ... seltsam müde

Und an den Sonnenstrahl, der mich berührt ...

Leise, ganz leise meine Wange streift,

Möcht′ ich mich lehnen ... und in seiner Goldspur

Verdämmern lassen meiner Seele Leben ...



(* 12.07.1862, † 08.03.1890)




Bewertung:
0/5 bei 0 Stimmen

Kommentare

Mit dem Eintragen Ihres Kommentars erklären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung Ihrer angegebenen Daten gemäß unserer Datenschutzerklärung einverstanden.
  • Noch kein Kommetar vorhanden!