I

 

Si hât mich verwunt

rehte aldurch mîn sêle

in den vil toetlîchen grunt,

dô ich ir tet kunt,

daz ich tobte unde quêle

umb ir vil güetlîchen munt.

Den bat ich zeiner stunt,

daz er mich ze dienste ir bevêle

und daz er mir stêle

von ir ein senftez küssen, sô waer ich iemer gesunt.

 

II

 

Wie wirde ich gehaz

ir vil rôsevarwen munde,

des ich noch niender vergaz!

doch sô müet mich daz,

daz si mir zeiner stunde

sô mit gewalt vor gesaz.

Des bin ich worden laz,

alsô daz ich vil schiere wol gesunde

in der helle grunde

verbrunne, ê ich ir iemer diende, in wisse umbe waz.


Das Gedicht "XXVII. Si hât mich verwunt" stammt von   (1149 - 1221).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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