I

 

Mich wundert harte,

daz ir alse zarte

kan lachen der munt.

ir liehten ougen

diu hânt âne lougen

mich senden verwunt.

Diu brach alse tougen

al in mîns herzen grunt.

dâ wont diu guote

vil sanfte gemuote.

des bin ich ungesunt.

 

II

 

Swenne ich vil tumber

ir tuon mînen kumber

mit sange bekant,

sô ist ez ein wunder,

daz sî mich tuot under

mit rede zehant.

Swenne ich si hoere sprechen,

sô ist mir alse wol,

daz ich gesitze

vil gar âne witze

non weiz, war ich sol.


Das Gedicht "XXVI. Mich wundert harte" stammt von   (1149 - 1221).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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