I
Der alsô vil geriefe in einen touben walt,
ez antwürte ime dar ûz eteswenne.
nû ist der schal dicke vor ir manicvalt
von mîner nôt. wil si die bekennen?
Nein, si entuot, got der welle ein wunder sîn
vil verre an ir erzeigen.
jâ mohte ich baz einen boum mit mîner bete
sunder wâfen nider geneigen.
II
Wist ich, obe ez mohte wol verswigen sîn,
ich lieze iuch sehen mîne lieben vrouwen,
der enzwei braeche mir daz herze mîn,
der mohte sî schône drinne schouwen.
Si kam her dur diu ganzen ougen mîn
sunder tür gegangen.
ôwê, solte ich von ir reinen minnen sîn
alsô werdeclîche enpfangen!
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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