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Die Geschichte vom wilden Jäger


Es zog der wilde Jägersmann

sein grasgrün neues Röcklein an;

nahm Ranzen, Pulverhorn und Flint

und lief hinaus ins Feld geschwind.

Er trug die Brille auf der Nas’

und wollte schießen tot den Has.

Das Häschen sitzt im Blätterhaus

und lacht den wilden Jäger aus.

Jetzt schien die Sonne gar zu sehr,

da ward ihm sein Gewehr zu schwer.

Er legte sich ins grüne Gras;

das alles sah der kleine Has.

Und als der Jäger schnarcht und schlief,

der Has ganz heimlich zu ihm lief

und nahm die Flint und auch die Brill

und schlich davon ganz leis und still.

 

Die Brille hat das Häschen jetzt

sich selbst auf seine Nas gesetzt;

und schießen will’s aus dem Gewehr.

Der Jäger aber fürcht sich sehr.

Er läft davon und springt und schreit:

»Zu Hilf, ihr Leut, zu Hilf, ihr Leut!«

 

Da kommt der wilde Jägersmann

zuletzt beim tiefen Brünnchen an.

Er springt hinein. Die Not war groß;

es schießt der Has die Flinte los.

Des Jägers Frau am Fenster saß

und trank aus ihrer Kaffeetaß.

Die schoß das Häschen ganz entzwei;

da rief die Frau: »O wei! O wei!«

Doch bei dem Brünnchen heimlich saß

des Häschens Kind, der kleine Has.

Der hockte das im grünen Gras;

dem floß der Kaffee auf die Nas.

Er schrie: »Wer hat mich da verbrannt?«

und hielt den Löffel in der Hand.



(* 13.06.1809, † 20.09.1894)




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